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China pflanzt Setzlinge: Wie ein kleines europäischen Land zum chinesischen Set-up für die EU-Märkte wird

Eine lange Reise beginnt mit einem einzigen Schritt. In einem Versuch, auf dem europäischen Markt Fuß zu fassen, entschied sich China, mit einem kleinen Land zu beginnen, das große Möglichkeiten für Peking eröffnet. Warum?

 

Es scheint klar, dass die chinesischen Investitionen in Serbien im Lichte der neuen Seidenstraße eine Möglichkeit sind, die europäische Drehscheibe langfristig zu betreten.

 

Die Vereinbarung über die Eröffnung eines Industrieparks in der serbischen Stadt Smederevo am Ufer der Donau gibt China das grüne Licht in Bezug auf die strategische Zusammenarbeit mit Serbien im Wirtschaftsbereich. Diese Zusammenarbeit hat die Unterstützung der chinesischen Regierung, und mit Hilfe von Serbien macht China einen Einstieg in Europa. Vor zwei Monaten unterzeichnete der Bürgermeister von Belgrad eine Vereinbarung in Peking über den Bau eines neuen Industrieparks in Smederevo und vor kurzem wurde ein Memorandum über dessen Baubeginn  in der serbischen Hauptstadt unterzeichnet.

 

Smederevsky Industrial Park wird eine Fläche von 500 Hektar einnehmen.. Wie der Minister für Industrie Serbiens, Goran Knezevic, zu verstehen gab, wird die Eröffnung des Parks die Ankunft einer großen Anzahl von chinesischen Investoren in Serbien mit Qualitätsprojekten und mit dem Wunsch, dritte Märkte zusammen zu gewinnen, sicherstellen.

 

Chinas Infrastrukturprojekte in Serbien belaufen sich auf 1,5 Milliarden US-Dollar und die Eröffnung des Parks könnte auch die Kosten für den Eisenbahnbau Belgrad-Budapest erhöhen, der von den chinesischen Unternehmen betreut wird.

 

Von den 10 Milliarden Dollar, die China für Projekte in 16 Ländern Mittel- und Osteuropas zugeteilt hat, hat Serbien bereits 2 Milliarden Dollar gesenkt. Dies ist der größte Betrag im Vergleich zu den anderen Ländern.

 

Zoran Djordjevic, der seit vielen Jahren als Korrespondent für die serbischen Medien arbeitete und als Diplomat nach Peking entsandt wurde, sprach in einem Interview über die großzügigen Investitionen Chinas in Serbien.

 

"Soweit ich weiß, wird dies der erste Industriepark in Europa sein. Die Chinesen haben lange gezögert, aber jetzt, nachdem sie sich auf die Eröffnung dieser Zone geeinigt haben, haben sie praktisch eine strategische und wirtschaftliche Zusammenarbeit mit Serbien begonnen, die von der chinesischen Regierung unterstützt wird ", sagte Djordjevic.

 

Er sagte auch, dass eine große Anzahl von chinesischen Firmen daran interessiert sein werde, auf dem Gebiet der Infrastruktur und einer breiten Palette von Industrien, von Haushaltsgeräten über Solarbatterien und Energie, von der Informationstechnologie bis hin zum Schutz der Ökologie der städtischen Umwelt zu arbeiten. Das Ziel von China ist es jedoch, von Serbien auf den europäischen Markt zu expandieren.

 

"Die Chinesen werden ihre besten Firmen einladen, um mit Serbien in andere Länder Europas zu gelangen. Die Chinesen beherrschen hohe Technologien.  Bisher haben sie versucht, ausländische Technologien zu kopieren, doch dann wurde klar, dass es besser für sie ist, zu kaufen und weiter zu entwickeln; somit schufen sie die modernsten Technologien", sagte Djordjevic.

 

Er stellte ferner fest, dass Serbien eine einmalige Gelegenheit erhalten hat, gemeinsam mit den Chinesen in den EU Markt einzutreten. "Dies gilt insbesondere für in China hergestellte Waren, für die die EU Quoten auferlegt: Für Serbien sind solche Kontingente nicht vorgesehen", sagte Djordjevic. Ein Beispiel dafür sind Sonnenkollektoren. Wenn die Waren mindestens 51% serbisch sind, dann werden die Beschränkungen beseitigt, daher die Aussicht auf neue Fabriken, die ihre Waren nicht nur in Serbien, sondern auch in anderen europäischen Märkten verkaufen können.

 

In diesem Herbst wird Serbien die Arbeit an der Schaffung von zwei Wirtschaftszonen beginnen. Der serbisch-chinesische Industriepark in Smederevo wird von einem speziellen Joint Venture getragen.

 

Gleichzeitig werden auch Verhandlungen über die Gründung einer speziellen russisch-serbischen Wirtschaftszone für hochtechnologische russische Unternehmen abgehalten. Dmitry Rogozin informierte über diesen Plan während des Internationalen Wirtschaftsforums in St. Petersburg. Detaillierte Gespräche über diese Zone beginnen im Herbst bei einem Treffen der russisch-serbischen Regierungskommission.

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