· 

Türken tauschen Dollars gegen Gold – Import auf Rekordhoch

Vor dem Hintergrund der Spannungen mit den USA scheinen die Türken dem Goldrausch verfallen: Die Importe des Edelmetalls erreichen Rekordhöhen. Auch die Bürger decken sich verstärkt mit Barren und Münzen aus Gold ein.

Im laufenden Jahr seien in der Türkei 47 Tonnen Barren und Münzen verkauft worden, berichtet die Onlinezeitung „Vestifinance“ unter Berufung auf den Branchenverband World Gold Council. Im Jahr davor waren es 14,8 Tonnen.

 Auch die türkische Zentralbank steigert ihre Goldkäufe: Im dritten Quartal kaufte sie 30,4 Tonnen Edelmetall.

Präsident Erdoğan hatte bereits im Dezember vergangenen Jahres seine Landsleute dazu aufgerufen, ihre Dollar-Ersparnisse entweder in Lira oder in Gold umzutauschen, um damit die schwächelnde Nationalwährung zu stützen.

Das Verhältnis der Türkei zu den USA ist seit Monaten angespannt. Eine der wichtigsten Streitfragen ist die US-Unterstützung für die Kurden in Syrien. Zudem fordert Ankara eine Überstellung des islamischen Predigers Fethullah Gülen aus den USA, den die türkischen Behörden für den Putschversuch vom Juli 2016 verantwortlich machen.

Gleichzeitig ist der Tauschwert der türkischen Lira seit Anfang Oktober um 15 Prozent gesunken. Der Absturz macht die Landeswährung als Sparanlage zwangsläufig immer unattraktiver.

Die meisten Währungen von Schwellenländern standen im Laufe der letzten Jahre unter Druck, doch der Streit zwischen den USA und der Türkei, der durch jüngste Reise- und Visabeschränkungen eskalierte, hatte eine beflügelnde Auswirkung auf Spekulationen: Die weltweite Goldnachfrage insgesamt ist weiterhin rückläufig.

Im dritten Quartal dieses Jahres sank sie um neun Prozent auf 915 Tonnen und erreichte damit den niedrigsten Wert seit 2009. Der Rückgang ist auf ein schwächeres Quartal in der Schmuckindustrie und geringere Zuflüsse in börsengehandelte Fonds zurückzuführen.

Kommentar schreiben

Kommentare: 0