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Güterzug aus China in Wien eingetroffen

Die Strecke klingt gewaltig, die Fahrzeit ewig - und doch lohnt sich der Warenaustausch auf der Schiene zwischen Europa und China. Dank Kooperationen soll sich die Fahrzeit zudem weiter verringern. Echte Konkurrenz zum Transport auf dem Seeweg.

Nach 9800 Kilometern und einer Fahrzeit von 15 Tagen und zwei Stunden ist der erste direkte Güterzug zwischen China und Österreich in Wien eingetroffen. Auf der sogenannten Seidenstraße will die Rail Cargo Group (RCG) nach eigenen Angaben in diesem Jahr 400 bis 600 Züge rollen lassen. "Für die Profitabilität der Güterverkehrs-Unternehmen sind solche Langstrecken ähnlich wie im Flugverkehr ganz wichtig", meinte der Chef der Österreichischen Bundesbahnen (ÖBB), Andreas Matthä.

Die Fahrzeit soll sich laut Verkehrsminister Norbert Hofer dank eines Vertrags mit dem Transitland Russland in Zukunft auf zehn Tage verringern. Nun führte die Route durch China, Kasachstan, Russland, Ukraine, Slowakei bis nach Österreich. An der ukrainisch-slowakischen Grenze wurde laut Bahn von Breit- auf Normalspur gewechselt.

Die RCG ist als Güterverkehrssparte der ÖBB nach der Deutschen Bahn Nummer zwei im Schienen-Frachtverkehr in Europa. Sie betreibt bisher drei Verbindungen zwischen Asien und Europa.  Der in der 14-Millionen-Metropole Chengdu gestartete Zug mit 44 Containern brachte unter anderem elektronische Bauteile, LED-Lampen und Schlafsäcke nach Österreich. Insgesamt war der Zug 600 meter lang.

Der Transport von Gütern auf dieser Strecke auf dem Seeweg dauert ÖBB-Angaben zufolge vier Wochen länger. Die RCG setzt rund 2,2 Milliarden Euro jährlich um und hat 8700 Mitarbeiter. Im Gegensatz zu anderen Bahnunternehmen baut die ÖBB ihren Frachtbereich aus und bedient auch die Strecke China-Deutschland.

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